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Ich in Gelb

Jung und Jung
März 2015

Als Modebloggerin macht sich NextGirl in der Szene schnell einen Namen. Sie nimmt sich kein Blatt vor den Mund, ihr Urteil ist stets unverblümt, so unverblümt, wie das Urteil eines »Girls« nur sein kann. Das Wunderland, durch das uns Alice in ihrem Blog führt, ist ein Fantasiereich erschreckend realer Figuren. Im Austausch mit Bianca, dem Model, in dem ein Wurm zu monströser Größe heranwächst, erzählt sie, wie sie den »genialen« Modeschöpfer Josef kennenlernt, der ausgerechnet in dem Museum für Naturgeschichte, in dem ihr Vater arbeitet, eine große Show plant. Und wie jede gute Show endet auch diese mit einem Knalleffekt.

Kunstvoll und mit leichter Hand verknüpft Olga Flor in ihrem Blog-Roman Kurztexte, Kommentare, Links und Bilder zu einem engmaschigen Netz. Was sie darin aus den Tiefspeichern einer faszinierend fremden Welt zwischen Mode und Körperdesign zutage fördert, schillert in den grellen Farben einer Gegenwart, in der sich der Mensch selbst überlebt hat und zur Fantasiegestalt, zum »Real-Life-Avatar« einer viel reelleren Webidentität wird. Es bleibt die Frage: Who's faking whom?

Pressestimmen

„In ihrem in mehrfacher Hinsicht brillanten kurzen Roman führt Olga Flor eine bis ins Detail durchdesignte und ästhetisierte Welt vor …“
NZZ, 21.07.2015, mehr.


„Flor lässt ihre digitalen Kinder reden und streunen, das ergibt sprachliche Explosionen und Ströme an Konfetti. Es könnte sein, dass diese Kinderliebe auch die Liebe zur Literatur ist. … Olga Flor ist eine Autorin von schneidender Intelligenz und Eloquenz. Sie gehört zum Besten, was die österreichische Literatur zurzeit hat.“
Helmut Gollner, falter 11/15, mehr.


„Außerordentlich ist, wie die Autorin das Potenzial des Formats „Blogs“ ihrer (gedruckten) Literatur einverleibt: Blog-konform wird auch hier rückwärts erzählt, jeder Eintrag ist chronologisch jünger als der darauf folgende. In der Lektüre wird man so mit Miniaturen ohne Vergangenheit konfrontiert – eine adäquate Inszenierung der hastigen Gegenwart des Netzes … Ein schwindelerregendes, sehr empfehlenswertes Buch.“
Bernhard Oberreither, Album, DER STANDARD, 21./22.3.2015, mehr.


„Unbestritten gehört Flor, die auch Physikerin ist, mittlerweile zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen der Gegenwart. … Das Format des Blogs ermöglicht Polyperspektivität und textstrukturelle Innovationen, die es braucht, um die schrillen Gesichter des multidimensionalen Lebens herauszuarbeiten, das auf seine ständige Neuerfindung zurückgeworfen ist. … Da wäre nun wieder das „gesellschaftliche Minenfeld“. Flors kritischer Blick wächst sich dabei zu einer brillanten Zeitdiagnose samt äußerst irritierenden Facetten des Soziallebens aus.“
Die Furche, 02.04.15