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Franz-Nabl-Preis

der Stadt Graz 2019 geht an Olga Flor
04.12.9, 19:00
Literaturhaus Graz
Aus der Jurybegründung:

Die Begründung der Jury:

Olga Flor ist in Graz und in Wien zu Hause und gehört zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. In einer beeindruckenden Serie von bislang sechs Romanen – von Erlkönig (2002) über Talschluss (2005), Kollateralschaden (2008), Die Königin ist tot(2012) und Ich in Gelb (2015) bis hin zu ihrem letzten Buch Klartraum (2017) – erkundet sie heutige Gesellschaftsräume. Präzise wie die Titel dieser Bücher ist der Stil der Autorin: Ein analytisches Schreiben, das zwischen sich selbst und die Probleme, in die hinein es die Figuren stellt, stets eine mittlere Distanz setzt. Die Figuren verschwinden hier nicht in den gesellschaftlichen Hintergründen, vor denen sie sich bauen. Ihr Handeln, Fühlen und Denken bleiben lebendige Tatsachen, auch wenn die Rahmen aus Ökonomie, Politik und Gender in Flors Literatur stets markiert sind. Familienbande, Paarbeziehungen, neue soziale Medien, ökonomische Ungleichheiten, autoritäre Tendenzen in Gesellschaft und Politik sowie vieles andere von dem, was heute unser gesellschaftliches Umfeld ausmacht, wird bei Olga Flor lesbar gemacht. In einer Form, die auf traditionelle Mittel des Erzählens ebenso vertraut wie auf innovative Herangehensweisen; besonders deutlich in dem Blog-Roman Ich in Gelb. Olga Flor scheut in ihrem Schreiben kein Risiko und lässt es auch außerhalb der von ihr entworfenen fiktionalen Welten, also in Essays, Statements und Wortmeldungen niemals an Deutlichkeit fehlen. Eine Literatur mit Selbstbewusstsein und Haltung.